Von Steinzeitmenschen, Kelten und Römern

Die Siedlungsgeschichte des Raums Kelheim beginnt in der Steinzeit. Später herrschten Kelten und Römer über die Gegend.

Bereits in der Altsteinzeit siedelten sich Menschen im Gebiet der Stadt Kelheim an. Sie lebten in Höhlen entllang der Altmühl, was sich durch zahlreiche Funde belegen lässt. Von der Urnenfelderzeit (etwa 1200 bis 800 v. Chr.) an war die Gegend das Zentrum eines dicht besiedelten Raumes.

Gefäße aus der Hallstattzeit

Keltenstadt Alkimoennis

Eine Metropole der Keltenzeit war die Siedlung Alkimoennis bei Kelheim. Sie wurde von zwei starken Wallanlagen geschützt, die ein großes Gebiet umschließen. Alkimoennis war zu seiner Blütezeit wohl ein bedeutender Herrschaftsmittelpunkt, bis die Kelten von germanischen Stämmen vertrieben wurden. Hügelgräber in den Wäldern und die Viereckschanzen, die einem kultischen Zweck dienten, sind die Spuren der Kelten rings um Kelheim. Rekonstruktionen im Archäologischen Museum und im Archäologiepark Altmühltal vermitteln heute einen Eindruck vom Leben des  faszinierenden und geheimnisvollen Volks.

Marsstatue im Hof des Archäologischen Museums

An der Grenze des römischen Weltreichs

Im ersten Jahrhundert nach Christus rückten die Römer bis in das Gebiet um Kelheim vor. Sie überquerten die Donau und errichteten auf dem nördlichen Ufer den Limes. Wehrtürme und Kastelle, die teilweise rekonstruiert wurden, zeigen heute den Verlauf der gigantischen Grenzanlage. Kelheim lag damals für mehrere Jahrhunderte direkt an der Grenze des römischen Weltreichs, die vom „nassen Limes“ der Donau und den Grenzanlagen gebildet wurde.

In friedlichen Zeiten blühte der Handel mit den Germanen jenseits des Limes, der enge Kontakt mit den römischen Besatzern erwies sich für die Stämme als vorteilhaft. So erlernten sie zum Beispiel von den Römern die Kunst des Weinbaus, der an der Donau bis ins 16. Jahrhundert hinein weit verbreitet war. Im 5. Jahrhundert zogen die Römer sich aus dem Gebiet zurück, große Teile des Lands lagen verlassen da. Sie wurden bald von einwandernden Bajuwaren besiedelt. Ein bajuwarisches Reihengräberfeld gibt Aufschluss darüber, dass Kelheim eine frühe Siedlung dieses Volkes war.

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